Herbst ist Leben das in die Tiefe geht...

Habe ich in diesen Tagen irgendwo gelesen. Und das ist genau das was auch mir/uns in diesen einzigartigen Herbsttagen hier begegnet. Jeder Tag bringt neue Farben hervor und jeder Tag strahlt in einem anderen – und noch intensiverem – Licht. Wenn wir von Herbst sprechen, sehen wir diese prächtigen Farben und wir hören den Wind und das raschelnde Laub.

Wir atmen den einzigartigen Herbstduft ein und lauschen den letzten noch verbliebenen Singvögeln. Wir nehmen wahr, der Herbst ist der Übergang, die Zeit in der die Ernte vollends eingefahren wird und Mensch und Tier nochmal alles aufsaugen, bevor die Kälte des Winters uns überfällt.


Das ist das Leben, das in die Tiefe geht! Alles nochmals intensiver wahr zu nehmen und noch mehr Dankbarkeit für all das was uns umgibt zu empfinden. Wenn ich in diesen Tagen draußen unterwegs bin, könnte ich bersten vor Dankbarkeit und auch wenn ich versuche diese tiefen Eindrücke in ein Bild zu bannen, weiß ich, dieses „Herbstgefühl“ ist nicht transportabel. Ich laufe durch den Herbstwald, in dem alles zu funkeln scheint und die Sonne einzelne Szenen beleuchtet. Dort wo Wasser fließt zeigt es sich in unendlicher Klarheit und ebenso klar scheint das Blau des Himmels. Der Herbst zeichnet nichts weich und nichts kann sich verstecken in der Üppigkeit. Alles kommt im besten Sinne ans Licht und diese Eindeutigkeit empfinde ich als absolut herzöffnend. In diesen Herbstmomenten zeigt sich auch klar, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind. Dass der Mensch der durch den Wald stapft ebenso Teil dieser Natur ist, wie das goldene Blatt, das gerade über ihm zu Boden segelt und das Eichhörnchen das noch mit den letzten Vorräten durch den Wald flitzt.


Und ich ahne dies ist eine Ahnung vom Herbst unseres Lebens. Dann wenn wir unsere ganz persönliche Ernte einfahren, wenn Schleier sich lüften und Werte neu sortiert werden. Wenn wir darauf achten was wirklich wert-voll ist für uns. Und so mache ich es mir in diesen Tagen zur Gewohnheit durch die herbstliche Landschaft zu gehen und sie wahrhaftig zu erfahren. Zu gehen und zu sehen ALLES was mir begegnet hat mit mir zu tun. Die Frau mit dem griesgrämigen Gesicht (das ich ja auch hin und wieder kenne ) ebenso wie das Kind, das voller Freude den Drachen steigen lässt. Ich kenne auch das Gefühl, das der bereits kahle Baum in mir auslöst und den Prozess des Apfels, der vom Baum gefallen ist und wieder in den Kreislauf der Natur eintritt. In nahezu jedem Schritt begegnet mir im Außen etwas das ich auch in meinem Inneren kenne und die Natur zeigt mir wieder einmal auf so einfache Weise, das alles dazu gehört. Dass alles einen Rhythmus hat und dass manche Dinge erst vergehen müssen, bevor neue entstehen. Dass die Kraft auch da steckt, wo sie vordergründig nicht zu sehen ist und dass es auch immer wieder Übergänge gibt. Dass die Polaritäten so wertvoll sind, weil sie alles im Gleichgewicht halten, auch wenn sich das im ersten Moment nicht immer gut anfühlt. Wenn wir im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne den herrlichen Sommer festhalten möchten, anstatt den Herbst willkommen zu heißen.

Ich lade Dich ein, einmal so ganz bewusst durch einen Herbsttag zu gehen. Traust Du Dich hinzuschauen und zu erkennen was genau dieser Moment gerade mit Dir zu tun hat? Traust Du Dich bereits mit der Ernte zu beginnen oder möchtest Du den Sommer in Deinem Leben endlos ausdehnen? Sammelst Du schon seit Jahren Unmengen an Vorräte ohne sie wirklich zu benötigen? Traust Du Dich dem Rhythmus der Jahreszeiten hinzugeben?

Was bedeutet dieser Herbst für Dich ganz persönlich?

Dieser Herbst 2018 trägt für mich tatsächlich die Überschrift „Bersten vor Dankbarkeit“, bis in die letzte Zelle hinein.
Viel Freude beim Wandeln...

Herzlichst Gloria Thaumiller

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