Naturhof Stillachtal

Der 5. Januar - 12. Tag der Rauhnächte und die 13. Nacht

„Die Begegnung mit der wilden Frau läßt sich weder beliebig wiederholen noch beliebig herstellen.

Zunächst ist es eine Frage der Wahrhaftigkeit und des Mutes.

Dann eine Frage der Sorgfalt und der Achtsamkeit.

Zum Schluß ist es auch eine Frage der Bereitschaft zur Veränderung.

Der wilden Frau begegnet man nicht folgenlos.“

Angelika Aliti

Ihr Lieben,

Wir nähern uns dem Ende der Rauhnächte und sind doch noch mittendrin. Wir haben in diesen vergangenen Tagen und Nächten seit dem Heiligabend so manches erfahren, gelernt, erkannt, losgelassen, neu manifestiert. Wir versuchen dem hier und jetzt Raum zu geben und wir haben so manches Ritual verinnerlicht. Wir sind uns selbst begegnet und anderen und vielleicht auch dem ein oder anderen unerklärlichen. Wir haben die Magie dieser Zeit wahrgenommen und wir haben uns die Zeit für uns selbst genommen. Sieh Dich um in Deinem Heim und in Deinem Innersten. Was nimmst Du wahr? Hat sich etwas verändert? Wie sieht Dein Heft oder Buch der letzten Tage aus? Oder hast Du Dir alles Wichtige innerlich notiert? Gab es Tage und Nächte an denen Du gut folgen konntest und andere zu denen Du keinen rechten Zugang gefunden hast? Das ist gut so, denn es zeigt Dir auf, wo noch deine ganz persönlichen Aufgaben liegen und wo es noch Zeit braucht, dem ein oder anderen zu begegnen. Erinnere Dich heute nochmals dass es hier kein richtig und falsch oder gut und schlecht gibt, sondern dass es auch die Qualität dieser Zeit ist, dass wir genau das erhalten, was wir gerade brauchen und was wir in unser Leben integrieren können.

In diesem Sinne erkenne heute noch einmal, was Dir noch wichtig ist für diesen Endspurt der Rauhnächte. Welche Elemente der vergangenen Tage sind Dir wichtig geworden? Empfindest Du das Räuchern als angenehm? Dann stelle Dir heute für den Anbruch der Dunkelheit Deine Räuchermischung zusammen und räuchere noch einmal ganz bewusst in die kommende Nacht hinein. oder hast Du Dich vielleicht intensiv mit Deinen Träumen beschäftigt? dann ziehe heute eine Essenz aus Deinem Traum Tagebuch. Oder hast Du das Gefühl, das Loslassen braucht für Dich noch mehr Raum? Dann wiederhole das Ritual mit dem verbrennen der Zettel und den Dingen, die Dich in Deinem Leben blockieren. Möchtest Du noch mehr Dankbarkeit manifestieren in diesen Tagen, dann widme Dich dem. Oder vielleicht hast Du entdeckt dass es Dich besonders anrührt bedürftige Menschen zu unterstützen, materiell oder mit Deinem Ohr, dass Du ihnen schenkst, dann kreiere heute eine Möglichkeit dies über die Rauhnächte hinaus zu tun. Wie auch immer widme den Tag heute dem was Dir besonders entgegen kam in den letzten Tagen oder dem was für Dich noch aussteht oder intensiviert werden möchte.

Der Tag heute ist auch dem weiblichen Anteil der Rauhnächte gewidmet. Das bedeutet nicht, dass die Männer heute "raus sind", sondern es bedeutet den Tag heute auf weibliche Art und Weise zu gestalten. Wir verbinden mit dem Weiblichen vielleicht eine Kochschürze, eine Stricknadel oder auch high heels uns kurze Röcke. das sind nicht die Attribute die wir dem Weiblichen zuordnen. Unsere weibliche Seite, die wir alle haben (aber nur wenige leben), entspricht unserer linken Körperhälfte. Sie entspricht auch einer Lebensweise die geprägt ist von Weichheit statt Härte, von Beweglichkeit statt Starre, von Weite statt Enge, von im Fluß sein anstatt im Stau zu stecken, von Offenheit statt Begrenztheit, von Empathie statt Ellenbogenmentalität, von annehmen statt verweigern. Und vor allem gibt es in der weiblichen Lebensweise kein "Ich muss", aber ein "Alles kann". Heute kommt dieser weibliche Anteil oft viel zu kurz, weil wir gehetzt irgendwelchen Strategien, Wettkämpfen und Statussymbolen nachjagen, und genau das erschöpft die Menschen zusehends, macht sie mürbe.

Die weibliche Verkörperung in den Rauhnächten ist Frau Holle. Ja, genau die Frau Holle die wir aus dem Märchen kennen. Die im Himmel die Betten schüttelt oder in der Tiefe des Brunnens für Gerechtigkeit sorgt. Die Frau Holle, die das Gute belohnt und das Schlechte bestraft, die aber auch die Chance eröffnet sich zu verändern. sie symbolisiert diese Pole für uns sehr deutlich und räumt auch immer wieder die Möglichkeit hinzuschauen, wie diese Anteile in uns selbst angelegt sind. Dass beides zu uns gehört, dass wir aber wieder einmal die Wahl haben, welchen Anteilen wir künftig mehr Raum geben und welchen weniger. Ob wir unsere weibliche Seite, die auch unsere Kreativität beinhaltet, wieder mehr ins Boot unseres Lebens holen und darin unsere wahre Stärke erkennen.

Das ist heute noch einmal ein ziemlicher Brocken über den wir nachspüren dürfen, den wir aber auch mitnehmen können und häppchenweise in den nächsten Wochen und Monaten erkunden dürfen. Frau Holle ist übrigens laut Sage auch Teil der wilden Jagd. Sie fegt mit den Wilden über die Felder und vor allem über die Höfe um nach dem Rechten zu sehen. Werden die Gebote der rauhen Nächte auch eingehalten? Werden diese Tage und Nächte der Ruhe und der inneren Einkehr gewidmet? Sie ist die, die für Ordnung sorgt, das sollte uns bewusst sein. 

Spezielle Bräuche heute:

Nochmals etwas nach draußen stellen, wie Milch, Körner, Nüsse oder etwas Süßes für die Naturwesen und die Geister der Rauhnächte

Kopfbedeckungen mit Salbei räuchern, das gibt Klarheit und fördert die Konzentration für das kommende Jahr

Man spricht folgendes in den Kamin, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen: "Die heiligen Drei Könige sind hier. Kommen sie nicht heute, so kommen sie morgen in der früh!"

Und  so gehen wir heute in die letzte Rauhnacht vom 05.01. auf den 06.01., die Nacht der Wunder, die Nacht der Liebe. Lange Zeit wurde diese dreizehnte Nacht gar nicht erwähnt, weil man glaubte, wenn man darüber spräche gingen die wunderwirksamen Kräfte dieser Nacht verloren. Dabei gilt sie als die heiligste der Nächte. Die Zahl 13 ist die Zahl der Magie, der Mystik, der Schicksalswende, der Transformation und der Balance. Das Motto dieser Nacht die vor uns liegt lautet: "Haltet das Unmögliche für Möglich - so geschehen Wunder!" Es ist die Nacht in der die heiligen drei Könige die Krippe und erreichen und das Wunder von Jesus Geburt erfahren. Symbolisch stehen die drei Könige für viele Anteile, wie ZB die heilige Dreifaltigkeit oder Vergangenheit Gegenwart und Zukunft und noch viele mehr Deutungen, die ihnen zukommen. Sie sind das Zeichen auch für die Rauhnächte, der endgültige Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, sie vollenden, was am 21.12. begonnen hat. Das Dunkle zeigt um Mitternacht noch einmal seine Kraft, ein letztes Mal begehrt die Wilde Jagd auf und demonstriert noch einmal ihre Kraft, bevor die Tore der Anderswelt sich wieder schließen. Dann erhellt ein neues Strahlen und Leuchten unsere Zeit und die Weichen für das neue Jahr sind gestellt.

In diese heilige Nacht können wir noch einmal alles legen. Erinnerst Du Dich noch an Deine Wunschliste mit den hundert Wünschen? Wir haben sie am 22.12. noch einmal aktualisiert. Lege diese Liste an einen geschützten Platz im Haus. Wenn Du hast lege eine Tonkabohne darauf oder einen anderen Gegenstand, den Du als Glücksbringer verwendest. Stelle eine Kerze oder ein Teelicht auf Deine Wunschliste, verbinde Dich noch einmal mit Deinen ureigenen Herzenswünschen und sprich in Überzeugung:"In der kommenden Nacht halte ich das Unmögliche für Möglich. Ich danke für die Wunder, die ich in diesem Jahr empfange!"

Für diese Nacht gibt es auch zahlreiche Bräuche, zB

Quellwasser, das in dieser Nacht fließt hat heilsame Kräfte.

Öffne um Mitternacht alle Fenster und Türen im Haus um die letzten Reste des Alten loszulassen und den Wind des Dreikönigssegens in Dein Haus zu lassen.

Gebete und Segnungen für andere Menschen haben ebenfalls eine vertiefte Kraft.

Kennzeichne Deine Einganstüre mit  C+M+B 2021 um Haus, Hof und alle die darin leben zu schützen für das neue Jahr.

Um Mitternacht kann man die Dreifaltigkeit am Himmel erblicken und drei Wünsche gehen in Erfüllung.

Räuchere abends noch einmal ausgiebig das Haus und die Menschen, die darin leben.

Ich danke Euch für Eure Begleitung in diesen Rauhnächten, die auch für mich wahrhaft wundersam waren. Es war so ein Geschenk all die Rituale in dieser Ruhe und Stille auszuführen und durch das Schreiben hier gleichzeitig mit Euch verbunden zu sein. Mein persönliches Rauhnachttagebuch ist gut gefüllt, so manches Orakel wird in diesem Jahr überprüft werden und all die Begegnungen, auf welcher Ebene auch immer der vergangenen Tage, hallen noch tief in mir nach. 

Wir sehen uns gerne immer wieder hier im Blog oder in anderen Medien, weil die verbindung zu den menschen mir das Wichtigste ist!

Seid gut behütet für dieses neue Jahr. Mögest ihr aufrichtig glücklich sein.

Eure Gloria

 

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