Naturhof Stillachtal

Der 25. Dezember - 1. Tag der Rauhnächte

„Die Höhle, vor der du dich fürchtest,

enthält den Schatz, den du suchst.“

Joseph Campbell

Ihr Lieben,

ich hoffe sehr, ihr habt einen innigen Heiligabend erlebt und seid heute, wie ich, voller Dankbarkeit über die Geschenke - auch die, die man nicht auspacken kann. Und ihr seid bereit für weitere zwölf ganz besondere Tage und Nächte zwischen den Jahren. Die so genannten Rauhnächte beginnen mit der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. und enden am 06.01. Es gibt hierzu auch verschiedene Zeitvarianten, aber das ist die am weitesten Verbreitete und wir orientieren für unser Rituale an ihnen. Diese Rauhnächte folgen einer langen Tradition unserer Vorfahren. Dies war die Zeit der Stille und des Rückzugs, eine dunkle Zeit, ohne Lichtquellen wie heute und eine Zeit der Sagen und Bräuche. Für uns heute ist es die Zeit um einen Übergang zwischen dem vergehenden Jahr und dem neuen Jahr zu gestalten. Es ist aber auch unsere Chance sich bewusst zu werden, wo wir gerade stehen im Leben, was wir verändern oder loslassen dürfen und uns zu öffnen für die Welt unserer Intuition.

Die Rauhnächte tragen ihren Namen, zum einen aus der Ableitung von "rauh", da dies, früher noch mehr wie heute, rauhe Tage und Nächte waren, die von Wind und Kälte geprägt waren. Der Name kann aber auch eine Ableitung von "rauch" sein, da man in diesen Tagen und Nächte besonders intensiv mit Naturmaterialien räuchert. Das Räuchern unterstützt Reinigung und Segen sowohl auf der materiellen, als auch auf der energetischen Ebene. Eine weitere Bedeutung der Vorsilbe "rauch" lautet behaart, pelzig, von Fell bedeckt. Dies ist auf die Sage der "Wilden Jagd" zurück zu führen. Die wilde Jagd war in alten Zeiten gefürchtet und geschätzt zugleich. Der Sage nach, kam in der Zeit der Rauhnächte der Gott Wotan mit seinem schaurigen Gefolge auf die Erde, um verlorene Seelen zu jagen.Diese wilde Jagd kam mit lautem Getose, mit Gebrüll und Kettenrasseln. Sie fegten über die Erde und die Höfe und rissen alles, was sich Ihnen in den Weg stellte mit sich. Die Menschen fürchteten diesen wilden Trupp und verließen deshalb nach Einbruch der Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr. Auch sollte man aus diesem Grund zB keine Wäsche zum Trocknen draußen aufhängen, damit sich die Wilde Jagd nicht darin verfängt. Die Wilde Jagd polterte aber nicht nur durch die Dörfer, sondern auch über die Äcker und Felder. Das wiederum machte die Felder fruchtbarer und versprach eine bessere Ernte im nächsten Sommer.

Generell sind in den Rauhnächten alle Tore weiter geöffnet, oder überhaupt geöffnet. Man spricht von den Toren zu den "Anderswelten", so dass man Fragen oder Botschaften an die geistige Welt oder auch an Verstorbene richten kann in dieser Zeit.Es bedeutet für uns heute wohl eher, der eigenen Intuition, dem Bauchgefühl wieder einmal mehr Raum zu geben, anstatt diese Fähigkeiten zu verstecken. Es heißt auch dass die Tore zu unseren Herzen weiter geöffnet sind, bzw überhaupt geöffnet. Es bietet die Möglichkeit uns zu öffnen für das Mitgefühl uns selbst gegenüber und anderen, aber auch die Möglichkeit in unseren Herzen aufzuräumen. Alte Emotionen, die sich dort festgefahren haben beispielsweise zu lösen. Es kann auch sein, dass wir in dieser Zeit mit einer Entschuldigung oder der Bitte um Vergebung offene Tore einrennen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Rauhnächte sind Orakel aller Art, wie Engelkarten oder ähnliches. Es ist eine besonders gute Zeit um zu bestimmten Themen Orakel zu befragen. Man ordnet auch jeder Rauhnacht/Tag einen Monat zu. Der 25. Dezember steht somit für den Januar 2021, der 26.12. für den Februar 2021, usw. Schau Dir zB den Tag heute an und schreibe Dir die wichtigsten Daten und Begebenheiten zu diesem Tag auf, denn sie sind ein Hinweis auf den ersten Monat in 2021. Es schneit heute vor Deiner Türe? Dann kannst Du Im Januar mit Schnee rechnen. Finde ruhig auch Deine eigenen Orakeltechniken in dieser Zeit und wir werden auch noch die ein oder andere vorstellen in den nächsten Tagen.

Für diese erste Rauhnacht und den 25. Dezember stellen wir noch einmal das Thema Aufräumen und Loslassen in den Vordergrund. Mache Dir für heute noch einmal bewusst was es für Dich ganz persönlich gilt loszulassen und auch dass sich Neues nur ansiedeln kann, wo das Alte den Platz geräumt hat. Dieses innere Aufräumen und auskehren ist also auch die Vorbereitung um Veränderungen künftig nachhaltig zu manifestieren. Wenn Du Dich also zB gesünder ernähren möchtest im neuen Jahr, ist es wichtig aufzudecken, was Dich bis dato davon abgehalten hat oder welche Muster dem entgegen wirken. Das heißt zB heute loszulassen, dass Du bei Gefühlen von Trauer oder Frust, Dich mit Schokolade tröstest. Komme dem auf die Spur, dass Dir im Weg steht oder zu viel Zeit und Energie bindet, die Dir dann für ein glückliches Leben fehlt. Vielleicht bedeutet dies auch noch etwas in Beziehungen zu klären. Mach es Dir bewusst, eine Art inneren Kehraus. Du kannst es natürlich auch aufschreiben und symbolisch verbrennen, so wie es für Dich stimmig ist. Es ist ja auch nicht selten so, dass wir uns fürchten da genau hinzuschauen, weil wir an diesen Stellen mit unseren vermeintlichen Schwächen und Fehlern konfrontiert werden. Gehe noch einmal liebevoll an diese Stellen und nimm wahr das alles eine Zeit hat und dass das was wir heute loswerden möchten, einmal eine wertvolle Stütze für uns war.

Du kannst diesen Prozess auch ganz praktisch unterstützen in dem Du wirklich mit einem Besen zur Türe hinaus kehrst. Spüre den Prozess des Auskehrens auf diese ganz reale Weise. Ebenfalls unterstützend ist eine Räucherung mit Weihrauch (keine Mischungen, sondern idealerweise reines Weihrauchharz). Wenn Dich jemand begleitet während dieser Tage könnt ihr Euch gegenseitig abräuchern, ansonsten natürlich gerne Dein Heim oder auch die Loslass Liste die Du geschrieben hast.

Last but not least vergiss nicht ein Licht in das Fenster zu stellen um alles Dunkle draußen zu halten.

Übriges verinnerliche Dir auch nochmal dass jedes Ausatmen ein Loslassen darstellt.Nimm ein paar bewusste Atemzüge und atme lange aus. Lass ausatmend gehen, was gerade gehen kann.

Ich wünsche Euch eine herzvolle Rauhnacht

Eure Gloria

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