Naturhof Stillachtal

Der 24. Dezember - Heilig Abend, heilige Nacht

Alle Geburt, ist Geburt aus Dunkel ans Licht.

Das Samenkorn muss in der Finsternis sterben,

damit die schönere Lichtgestalt sich erhebe.

(Friedrich Schelling)

Ihr Lieben,

heute nun ist es so weit, und das Licht wird uns einmal mehr neu geboren. Man könnte den heiligen Abend und die heilige Nacht auch als endgültige Wende bezeichnen, mit der sich der Umschwung der Erdachse vollzieht und das Licht, nach drei Tagen und Nächten in der Dunkelheit verborgen, das Kind geboren wird. Das ist es was wir heute feiern mit Festessen und Geschenken und Familienzusammenkünften. Wann hast Du Dir das letzte Mal die Weihnachtsgeschichte bewusst gemacht? Oder glaubst Du sowieso nicht dran und machst den Zirkus halt nur mit, weil es dazu gehört und weil es einem nette Feiertage beschert? Wie immer wir zu dem Kind in der Krippe auch stehen, lasst uns heute die endgültige Geburt des Lichtes in dieser Welt feiern. Dieses Licht, das unsere ganz persönliche Dunkelheit erhellt und uns die Möglichkeit für eine Wendung in unserem Leben gibt. Betrachtet man das Krippen Szenario in Betlehem symbolisch, so findet man das neu geborene Licht (neu geboren, trotz aller widrigen Umstände), begleitet vom männlichen Prinzip (Josef) und dem weiblichen Prinzip (Maria), in Verbundenheit mit dem göttlichen Licht (Engel an der Krippe) und der Natur/Mutter Erde, symbolisiert durch die Hirten und die Tiere an der Krippe. Hinzu kommen noch die heiligen drei Könige, die ihrerseits für die Erkenntnis, die Intuition und den Aufbruch in eine neue Zeit stehen. Auch astronomisch ist dies heute eine besondere Nacht, da im Osten das Sternbild der Jungfrau aufsteigt. Man sagt, wenn die Füße der Jungfrau am Horizont aufsetzen, weiß man dass die Sonne wieder aufwärts steigt und damit der Welt ein neues Leben beschert.

Sind das nicht zahlreiche Gründe um auf diese besinnlich-tiefe Art zu feiern? Vielleicht schenkst Du Dir selbst heute am heiligen Abend nochmal eine halbe Stunde Zeit. Finde einen Lieblingsplatz, setz Dich oder leg Dich hin, nimm einige tiefe Atemzüge, lass die Gedanken um das Abendessen los und frage Dich selbst einmal, was Du in der Dunkelheit zurücklassen möchtest und was Du mit ins Licht der heiligen Nacht nehmen möchtest. Welche alten Anteile bist Du heute noch bereit loszulassen? Was hat Dich im vergangenen Jahr gehindert Deine Träume zu verwirklichen? Kannst Du das loslassen, dem alten Jahr und der Dunkelheit übergeben? Was für Veränderungen machen Dein Leben für Dich besser? Kannst Du dazu Schritte in die Vision des neu geborenen Lichtes aufnehmen? Vielleicht erachtest Du es sogar sinnvoll heute noch ein kleines Feuer zu entzünden und auf Zettel aufzuschreiben, was Du gerne zurücklassen oder loslassen möchtest. Übergib diese Zettel symbolisch dem Feuer und freue Dich auf Deine Ent-Wicklung in 2021. Dies soll dann aber für heute der letzte innere "Arbeitsakt" für Dich sein.

 Gib Dich heute der Freude hin und feiere, so wie es für Dich stimmig ist, das Fest des Lebens. Feiere Dein Leben in Dankbarkeit für alles, was Dir bietet. Vielleicht haben wir in diesem Jahr das Gefühl, es gäbe nicht viel zu feiern oder wir möchten den Rest dieses Jahres nur schnell hinter uns bringen. Aber gerade dieses Jahr hat unsere volle Aufmerksamkeit verdient. Gerade heute am 24.12.2020 ist es wichtig uns dem Licht und den neuen Möglichkeiten und Chancen, die es mit sich bringt, zuzuwenden. Blicken wir doch heute gemeinsam nach vorn und nicht zurück. Verabschieden wir das Vergangene, in dem Wissen nichts ist uns zufällig begegnet, denn es fällt uns nur das zu, was uns zufallen soll. Nehmen wir all das, was wir in den vergangenen Monaten erfahren und (wieder) gelernt haben, mit auf den neuen Weg, der heute für uns beginnt. Nehmen wir diesen Heiligabend als Neustart für uns ganz persönlich und für die Welt. Verneigen wir uns vor der Krippe und vor den Symbolen des Lebens. Verneigen wir uns vor uns selbst, für all das was wir sind und was uns ausmacht (oh doch da gibt es einiges!!) und verneigen wir uns vor den Menschen, mit denen wir in Liebe verbunden sind.

Und so treten wir aus, aus dem Advent und mit der heiligen Nacht treten wir ein in die Rauhnächte. Das sind die magischen Nächte zwischen dem 25.12. und dem 06.01. Ja, die Mystik dieser zeit hält noch viel für uns bereit, und gerne begleite ich Euch hier weiterhin zu den Mysterien der Rauhnächte. Für die erste Rauhnacht heute Nacht, haben wir uns wohl schon gut vorbereitet. Wir haben in unserem Heim für eine klare Atmosphäre gesorgt und auch schon begonnen in unserem Inneren aufzuräumen. Generell wird empfohlen "aufgeräumt" in die Rauhnächte zu gehen, aber ich glaube das ist heute so gar nicht mehr immer möglich. Hier noch ein paar Empfehlungen aus alter Zeit überliefert:

Jede Nacht ein Licht ins Fenster stellen um vor Geistern und Dämonen, die man in dieser Zeit gehäuft antreffen kann, verschont zu bleiben. Man sagt die Tore zu anderen Welten öffnen sich in diesen Nächten.

Nach Einbruch der Dämmerung sollte man das Haus nicht mehr verlassen, allenfalls mit einem geweihten Licht in der Hand.

Man sollte das Haus räuchern, auf jeden Fall am 24.12./31.12./ 06.01. Gerne aber auch öfter, wenn Du das Gefühl hast, es wäre notwendig.

Während der gesamten Rauhnächte sollen die Räder still stehen. Früher meinte man da vor allem die Spinnräder der Frauen. Übersetzt heißt dies man sollte keiner Arbeit nachgehen, die nicht unbedingt nötig ist. Heute würde man vielleicht empfehlen den PC über die gesamte Zeit abzuschalten.

Es sollte keine Wäsche gewaschen werden und vor allem nicht draußen aufgehängt werden, weil sich die "Wilde Jagd" sonst darin verfängt.

Man sollte nicht streiten, fluchen, schimpfen oder mit den Türen schlagen.

Es ist die Zeit des Erzählens, der Geschichten, des Lauschens und Zuhörens.

Man sollte ganz bewusst auch bedürftige Menschen beschenken.

Und noch so manches mehr, auf das wir in den nächsten tagen noch zu sprechen kommen.

Für heute und die erste Rauhnacht könnt ihr auf jeden Fall nochmal räuchern mit reinigenden Substanzen wie Salbei, Weihrauch, Thymian, Asant und ihr solltet Haus- oder Stalltieren heute eine Extraportion Futter und Zuwendung gewähren. Man sagt die Tiere können sprechen in dieser ersten Rauhnacht. Schön wäre es auch schon ein Licht in das Fenster zu stellen und sich für einen Moment einzustimmen auf die weiteren Nächte.

Ich danke Euch an dieser Stelle für das herzvolle feedback zu diesem Adventskalender. Er war nicht voller Gewinne oder Schokolade, aber er kommt von Herzen und er hat für mich wieder viele Herzen erreicht, insbesondere auch meines über die Verbundenheit mit Euch.

Ich wünsche Euch eine gesegnete Weihnacht, das innigste Weihnachtsfest überhaupt und möge sich das Glück für Euch mehren und die Zeiten lichtvoll werden.

In Verbundenheit

Eure Gloria

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