Naturhof Stillachtal

Der 23. Dezember - JETZT ist Deine Zeit

Der fliegende Vogel hinterlässt am Himmel keine Spur.

Aus der Tiefe, der Stille, dem Nichts, steigt etwas ganze Neues.

Ihr Lieben,

wir nähern uns dem Ende der Adventszeit. Die Ankunft, die wir erwarten steht unmittelbar bevor und uns stellt sich die Frage sind wir bereit dafür? Ich, für mich, stelle in diesen Tagen fest, dass ich ein ziemliches Weihnachtsmuster entwickelt habe, in den letzten Jahrzehnten, das geprägt ist von Hektik und der Angst "Es reicht nicht". Ganz nüchtern betrachtet ist das völlig irrational, aber ich habe auch festgestellt beim Einkaufen gestern, dass diese Irrationalität offensichtlich um sich greift. Also ich muss mich wirklich ganz bewusst rausnehmen aus diesem Strudel, in den es mich in dieser Zeit reißt, wenn ich eben nicht bewusst da bin. Natürlich ist das eigentlich für uns eine Zeit, die schon auch von Arbeit geprägt ist, von Planung und Organisation, und offenbar hat mein System noch nicht realisiert, dass es in diesem Jahr anders ist. Es ist "nur" die Familie, die es zu versorgen gilt, und die nur in begrenzter Zahl. Das sollte eigentlich locker zu schaffen sein, zumal ja jetzt sooooo viel Zeit für die Vorbereitung war. Aber etwas in mir ist so programmiert, wie jedes Jahr, morgen an heilig Abend loszulaufen und noch die letzten Geschenke einzutüten. Wenn ihr also von einer Frau lest, die an die Schaufensterscheiben geschlossener Läden hämmert, war es vermutlich ich - oder jemand, der auch sein Programm noch nicht umgestellt hat auf entspannte gemütliche Weihnachten!

Aber mal im Ernst,  das was wir gerade überall lesen, hören, sehen, nämlich im hier und jetzt zu sein, ist eine der größten Herausforderungen überhaupt. Es bedeutet nämlich keinen Gedanken an die Vergangenheit -auch nicht an die vor 5 Minuten-  zu verschwenden und keine Gedanken in die Zukunft schweifen zu lassen. Es bedeutet heute nicht daran zu denken, was ich für morgen noch brauche, ob genug Brot da ist, dass Gast XY ja keine Kohlehydrate zu sich nimmt, dass die Geschenke alle verpackt sind und was ziehe ich an morgen. Es bedeutet auch sich nicht daran zu erinnern, dass letztes Jahr fast der Baum gebrannt hat, weil die Kerzen schief standen, dass das Geschenk für Tante Erna eine mittlere Katastrophe herauf beschworen hat, und dass es vor der Türe eisglatt war, weil keiner daran gedacht hatte zu streuen. Es bedeutet diesen 23. Dezember wirklich in seiner Eigenständigkeit und seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen, nicht nur als Tag vor Weihnachten.

Natürlich steht dieser Tag im Zeichen der Vorbereitungen, er steht aber auch im Zeichen der Vorfreude, und auch ihr räumen wir einen Platz ein heute. Dieser Tag zählt auch zu den Tagen, in denen das Licht noch immer in der Dunkelheit schlummert, gehalten und getragen im Schoß der Dunkelheit. Es ist die wertvolle Pause, zwischen dem Ein- und Ausatmen der Zeit, in der wir uns heute noch befinden. Es ist der Moment in dem alles still steht, den Atem anhält. Der Moment, der uns die Möglichkeit schenkt tiefer zu blicken und selbst inne zu halten. Lasst uns heute noch einmal spüren wie segensreich diese Zeit und speziell dieser Tag ist. Lasst uns zwischen all den Vorbereitungen, immer wieder innehalten. Einen Moment in dem wir das, was uns gerade beschäftigt für eine Minute oder zwei ruhen lassen. Dieser Moment gerade jetzt, in dem wir unseren Atem wahrnehmen. Ausatmen - Pause - Einatmen. Spürst Du wie Du mit jedem Einatmen das Leben aufnimmst? Und spürst Du die Qualität der Pause vor diesem Einatmen. Was bewegt Dich gerade jetzt in diesem Moment des Innehaltens? Wie fühlt sich Dein Körper an? Wo befindest Du Dich gerade? Was macht diesen Ort aus?

Erinnere Dich heute immer wieder daran anzuhalten und den Moment JETZT zu erfassen. Stelle Dir wenn nötig den Wecker für diese Momente im Hier und Jetzt. Mache Dir noch einmal die Geborgenheit dieses Tages bewusst, der schon so viel verspricht, und uns gleichzeitig noch im hier und jetzt hält. Spüre den eigenen Fluss dieses Tages und Du wirst sehen, dass Dir alle Pflichten leichter von der Hand gehen, so als würden auch wir uns auf die Geburt des Lichtes vorbereiten. Erkenne diesen 23. Dezember als Geschenk an Dich und investiere die geschenkte Zeit in die Momente des Innehaltens.

So habe ich es mir vorgenommen, in dem Wissen, wir werden nicht verhungern, wenn ich heute nicht einkaufen gehe :-)

Du kannst Dir für heute Abend noch ein Orakel bereitlegen. Halte dafür 12 nicht zu kleine Walnüsse bereit. Beschrifte 12 Zettel mit den zwölf Monaten. Dann weise jeder Walnuss einen Monat zu. Knacke nun die Nuss für Januar. Wie sieht diese geöffnete Nuss aus? Welche Bilder und Emotionen löst sie in Dir aus? Wie könnte laut der Nuss das Motto für Januar 2021 lauten? Notiere es und verfahre dann mit der Februar Nuss weiter. Das macht auch im Familienrahmen Laune. Knackt die Nuss und jeder notiert für sich, welche Botschaft er im Innenleben der Nuss wahrnimmt. Zum Schluss könnt ihr die Monatsprognosen vergleichen. und natürlich könnt ihr am Anfang und am Ende eines jeden Monats in 2021 auf die Botschaften schauen und sehen was sich bewahrheitet hat.

Geniesst diesen Tag mit allen Pflichten, mit dem gegenwärtigen Moment und mit der Kür des 23. Dezember in vollen Zügen.

Eure Gloria

 

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