Naturhof Stillachtal

Der 12. Dezember - Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit,

was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem,

das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus", aber heute weiß ich, das ist "Selbstliebe".


Charlie Chaplin

Ihr Lieben,

hinter dem heutigen Türchen verbirgt sich ein Dauerbrenner, der uns immer wieder begegnet und uns mit uns selbst konfrontiert.

Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, wird ja zu allen möglichen Themen heran gezogen, ganz aktuell auch als diskreter Hinweis, wenn wir nicht brav die Regeln befolgen. Dann werden wir in unserem Egoismus (weil wir vielleicht tatsächlich zu dritt spazieren gegangen sind) an den Pranger gestellt und Schuldzuweisungen lassen nicht lange auf sich warten. Aber habt Ihr dieses Bibelzitat schon einmal wirklich hinterfragt? Was bedeutet dieses "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" denn wirklich? Das worauf es zuerst einmal ankommt ist der Abschnitt "WIE DICH SELBST". Das ist die Grundvoraussetzung auf der ALLES basiert, und hat rein gar nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil, ein Mensch der sich selbst gegenüber kein oder wenig Mitgefühl aufbringt, wird sich auch schwer tun Mitgefühl anderen gegenüber zu entwickeln.

Aber eben wurde uns schon früh gelehrt, dass es egoistisch ist gut für sich selbst zu sorgen. Immer erst nach den anderen schauen und dann erst nach sich selbst, wozu es meistens nie kommt, weil stets ein anderer auftaucht, den wir unterstützen können. Und diese Spirale führt irgendwann dazu, dass wir vor lauter sorgen für unser Umfeld, keine Energie mehr für uns selbst zur Verfügung haben. Das beschert uns selbst dann immer mehr Unzufriedenheit, Frust, Verbitterung und letzten Endes vielleicht sogar eine Krankheit. Spätestens an diesem Punkt werden wir uns dann gegen eben diese anderen richten und erwarten jetzt eine Gegenleistung. 

Ja, genau so "befolgen" wir oft dieses Bibelzitat und fühlen uns dabei noch als guter Mensch oder gar als kleiner Märtyrer. Aber selbst Märtyrer haben ihr Leben nicht nach den Bedürfnissen der anderen ausgerichtet, sondern, nach ihrer innersten Überzeugung gehandelt, ohne Rücksichtnahme auf irgend jemand oder auf sich selbst. Was also spricht dagegen einmal die Liebe zu uns selbst zu überprüfen oder zu hinterfragen? Es gibt ja immer wieder mal so Anregungen sich vor einen Spiegel zu stellen und dem Spiegelbild ein "Ich liebe Dich" entgegen zu bringen. Ich weiß nicht wer von Euch das schon probiert hat, für mich persönlich ist das immer befremdlich, weil es sich so gekünstelt anfühlt. Darum finde ich es wichtig sich einen eigenen Zugang zu dieser Selbstliebe zu verschaffen, einen der sich stimmig anfühlt.

Man könnte zum Beispiel mal in aller Bescheidenheit auflisten, worin ich wirklich gut bin, und die Bescheidenheit unterliegt hier dem Ironiemodus. Du musst das ja niemandem vortragen wie toll Du bist, sondern kannst das für Dich im stillen Kämmerlein genießen. Und bitte genieße es! Nimm Dich nicht zurück, sondern feiere Deine Einzigartigkeit. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Chance, dass wir so auf diese Welt kommen, wie wir nun hier sind bei 1:3 Billionen(!!) liegt. Allein daran zeichnet sich schon ab, was für ein Wunder wir sind und welche Individualität unserem Sein zu Grunde liegt. Hast Du Dir das je bewusst gemacht? Dass DU ein Unikat bist? Ein Geschenk an diese Welt? Also bitte benimm Dich auch so und ehre Dich. 

Ich weiß das klingt so komisch in unseren Ohren und in unseren Seelen und der trainierte Anti-Ego in uns jault auf, aber geh über diesen komischen Punkt in Dir hinaus und ehre Dich als das was Du bist. Ehre es, dass niemand einen so guten Zitronenkuchen backen kann wie Du, ehre Dich weil Du der Ruhepol im Kollegium bist, ehre Dich, weil Dein Herz sich öffnet, wenn Du Dein Gesicht in die Sonne hältst, ehre Dich, weil Du mit Sport Deinem Körper Gutes tust, ehre Dich, weil Du ein Kind geboren hast, ehre Dich, weil Du Dein Wissen durch Reisen erweiterst, oder,oder,oder. EHRE DICH! Und wenn Du die Dankbarkeit für Dich und Dein Sein immer weiter wachsen lässt, besteht auch die Möglichkei sich immer mehr für Dein Umfeld zu öffnen und hier präsent zu sein. Präsent aus der Liebe und Deinem eigenem Impuls heraus, nicht aus Schuldgefühl und schlechtem Gewissen da zu sein.

DU bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben und in diesem Sinne sorge für Dich als wärst Du die Liebe Deines Lebens. Das ist Dein Job und die einzige Pflicht, die Dir obliegt. Und weil es so schön ist noch in voller Länge:

 

 

"Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man "Vertrauen".

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man "authentisch sein".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man "Reife".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man "Ehrlichkeit".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus", aber heute weiß ich, das ist "Selbstliebe".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: das nennt man "Demut".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es "Bewusstheit".

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute "Herzensweisheit".

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: "Das ist das Leben"!

Rede von Charlie Chaplin

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