Wirklich Weihnachten ist dann, wenn die Stille der heiligen Nacht in unser Herz gefunden hat...

Wir stehen vor einem weiteren heilig Abend und die Stille ist zumindest im Moment noch hier im Stillachtal greifbar an diesem Morgen. Der Tag setzt sich langsam gegen die Nacht durch und rote Schleier hängen über der so vertrauten Bergkette . Es ist als würde das Christkind auch noch die letzten Vorbereitungen für den großen Abend treffen. Und dem geben auch wir uns sicher demnächst wieder hin, denn die Liste mit „Ich MUSS noch …“ will noch bis zum dunkel werden abgearbeitet werden. Da ist es schwer bis unmöglich der Stille in unserem Herz zu lauschen, im Gegenteil herrscht dort oft noch das Chaos. Nicht nur weil wir viel zu erledigen haben bis das vermeintlich perfekte Fest steht, sondern weil wir auch – manchmal gewaltsam – versuchen die gewünschte Geselligkeit und den Frieden in unser Herz zu bringen. Denn an Heilig Abend haben sich alle lieb – PUNKT -.

Wir sehnen uns ja auch nach diesem Frieden und nach dem echten Zusammensein mit den Menschen, die uns wichtig sind. Und viele würden auf die Frage was sie sich heute wünschen wohl auch antworten „Frieden für diese Welt!“. Auch danach sehnen wir uns in einer Zeit, in der uns ebenso Krieg und Terror und in weiten Teilen auch immer noch Hunger und Armut und Angst und Unterdrückung begleiten. Und eigentlich gab es nie eine Zeit in der das anders war. Auch vor über 2000 Jahren herrschte Krieg und Verfolgung und es war oft schwierig Asyl zu finden. Wenn wir in die Weihnachtsgeschichte hinein lesen, dann hatten auch Maria und Josef mit vielen Vorurteilen und mit ihrer Angst zu kämpfen. Es hat sich also nur äußerlich etwas gewandelt, aber das womit wir in unserem Inneren so oft kämpfen und hadern, das ist über Jahrtausende hinweg sehr ähnlich geblieben. Wir wünschen uns den Frieden für die ganze Welt und schaffen es so oft nicht mit unserem ureigensten kleinen Kosmos in Frieden zu sein. Wenn wir dieser Welt etwas mehr Licht schenken möchten, dann lasst uns Frieden in uns selbst machen, damit ein Stück davon hinaus strahlen kann in diese Welt, und damit dieses Stückchen andere berührt und Impulse setzt. Es ist wie so oft im Leben, an uns dort etwas zu verändern, wo es in unserer Macht steht. In unserem eigenen Herz aufzuräumen und für Frieden zu sorgen, ist unsere erste Pflicht. Wieder dahin zu kommen dass wir tatsächlich glauben können. So wie die Hirten und die 3 Weisen aus dem Morgenland einfach und ohne Hinterfragen an den Stern glaubten dem sie folgten und so dem Wunder der heiligen Nacht begegneten.
Wo also können wir auch heute am Heiligen Abend noch für Frieden in UNS sorgen. Gibt es noch etwas das gesagt oder mitgeteilt werden möchte, dort wo wir im Unfrieden sind. Vielleicht auch noch Frieden zu schließen mit einem Menschen oder einer Situation, die den Frieden in uns verhindert. Und an dieser Stelle auch gleich unseren Glauben zu prüfen. Den Glauben dass so viel mehr möglich ist, als unser begrenzter Verstand auch nur ahnt. Heute Nacht öffnen sich die Tore in die Rauhnächte und laden uns ein hinter das Vordergründige zu sehen. Und das ist unsere Chance auch unser Herz ein Stückchen weiter zu öffnen und damit diese Welt zu wärmen. Das ist ein Anteil den wir wahrhaftig leisten können, wenn wir den Mut dazu haben. Dann dürfen wir ganz bewusst der Erde unseren Frieden und unser feuer zur Verfügung stellen und auch die Wunder annehmen, die uns begegnen.

Ich lade Euch ein heute Abend einmal ganz bewusst einen Moment in die Stille zu gehen. Heraus zu treten aus der Feier des Heiligen Abends und einen Blick in die Stille zu werfen. Das Atmen der Erde zu hören und das sanfte Quietschen der Tore die sich öffnen, einschließlich des Tors in unseren Herzen. Wie die 3 Weisen aus dem Morgenland steht es uns frei uns innerlich aufzumachen und dem hellsten Stern zu folgen, auch ohne zu wissen wohin er uns führen wird. Heute ist ein guter Tag und eine gute Nacht um wieder einmal das Vertrauen in das Wesentliche zu erfahren, um wahr zu nehmen, wir sind so klein und gleichzeitig der wertvollste Teil des großen Ganzen. Lassen wir mit dem Kind in der Krippe auch das Licht neu auf diese Welt kommen und lasst uns bewusst werden dass dieses Kind HEUTE geboren ist und nicht vor 2016 Jahren. Und lasst uns Teil der Krippe sein im kindlichen Staunen und im Frieden mit der Situation die wir vorfinden.

Für den Beginn der Rauhnächte heute Nacht gibt es einige schöne Bräuche. ZB Salz um das Haus herum zu streuen oder in die Ecken der Zimmer um so einen Schutzkreis zu ziehen. Oder auch an jeder Hausecke eine Kerze aufzustellen um die„Die wilde Jagd“ abzuhalten, bzw. alternativ wieder ein Licht in einem Fenster brennen zu lassen. Schön ist es auch Milch oder Körner nach draußen zu stellen als Dank und Geschenk für Mutter Erde. Und unbedingt die Haustiere besonders gut versorgen und einmal hinhören ob sie etwas mitzuteilen habe. In der Nacht des Heiligen Abends sagt man auch dass die Tiere für Momente unsere Sprache sprechen und manchmal gilt es nur zuzuhören. Und wichtig ist das Räuchern. Es kann herrlich sein mit der Familie durch die Räume zu ziehen und bewusst das Alte zu verabschieden und all das was nicht im Frieden ist. Am besten mit reinem Weihrauchharz räuchern und jeden einen Wunsch sprechen lassen. Dann setzt man sich umso befriedeter zum gemeinsamen Essen.

Ich wünsche Euch eine wahrhaft heilige Nacht, verbunden mit den Menschen und vor allem mit Euch selbst, das ist das größte Geschenk dass wir geben und erhalten können.

Seid gut behütet in dieser Heiligen Nacht!
Herzlichst Gloria Thaumiller

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