13. Dezember - Fest der heiligen Lucia

Tausende Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne das ihr Licht schwächer wird. (Buddha)

Das Fest der heiligen Lucia gilt auch als Lichterfest und wird traditionell vor allem in Schweden mit Lucia-Umzügen gefeiert. Die heilige Lucia gilt als Märtyrerin aus dem 4. Jahrhundert und als Fürsprecherin der Armen und Kranken und steht oft auch für das Heilen aller irdischen Wunden. Ihr Name bedeutet „Die Leuchtende, das Licht“ und viele Lichtrituale wurzeln auch in dieser dunklen Jahreszeit.

Wir dürfen uns an diesem Tag auch einmal ganz bewusst dem Licht zuwenden und auch unseren irdischen Wunden. Erinnern wir uns an das Licht, das in uns allen leuchtet und in jedem Atom mitschwingt. Oft widmen wir unsere Aufmerksamkeit eher den dunklen Seiten und den Schatten mit denen wir kämpfen und so ist es heute einmal an der Zeit uns dem Licht in uns und um uns herum zu widmen.

Das Licht ist ein essentieller Anteil in unserer Adventszeit. Wir zünden Kerzen an, hängen Lichterketten auf, entzünden rituelle Feuer um der Dunkelheit zu begegnen. Und stets empfinden wir so ein Licht in dieser Jahreszeit als gemütlich, als heimelig, als heilsam und auf eine Art auch oft als Trost. Es ist als würde das Licht in dieser Zeit geboren und wenn man in diesen Tagen in Kinderaugen blickt, erkennt man oft auch das innere Leuchten darin. In der Dunklen Zeit scheint ein Lichtstrahl soviel lichtvoller und wir wärmen unsere Herzen am Kerzenschein.

Nehmen Sie sich heute Abend einmal eine Stunde ganz bewusst Zeit um dem Licht zu begegnen. Löschen Sie alles elektrische Licht und zünden Sie EINE Kerze an. Verlieren Sie sich einmal für 10 Minuten im Kerzenlicht, sehen Sie wie es flackert, wie es sich verändert, welches Farbspektrum in dieser kleinen Flamme steckt und was diese Flamme in Ihnen berührt. Das ist auch ein wunderbares Ritual als Familie und jeder teilt im Anschluss an das schweigende Betrachten mit was ihm begegnet ist. Anschließend kann man mit der Kerze gemeinsam von Raum zu Raum gehen um symbolisch in jeden Raum das warme weiche Licht zu bringen.

Und anschließend wird noch eine lichtvolle Geschichte erzählt bei warmem Tee und Plätzchen:

Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."

"Oh nein", erschrak die Kerze," nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand wird meine Schönheit mehr bewundern."

Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?"

"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.

"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.

Du bist eine Kerze. Du sollst für Andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben."

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an!“

Oder man nimmt sich eine Zeit in Stille bei Kerzenlicht und versucht einmal seine Wunden zu beleuchten. Diese Wunden können körperlicher Art sein, ein Schmerz, eine Entzündung, eine chronische Krankheit z.B. und dann wenden wir uns ganz bewusst dieser Wunde in uns zu und bitten die heilige Lucia um ihr Licht um dieser körperlichen Baustelle Linderung und Heilung zu bringen. Spüren Sie wie das Licht in diese Stelle fließt und lassen Sie sich fluten von dem heilenden Licht. Wir können dieses Licht auch an Menschen senden, die bekannterweise erkrankt sind. Wieder bitten wir die heilige Lucia einen heilenden Lichtstrahl zu XY zu senden um Heilung und Linderung zu bringen. Und wir stellen uns diese Lichtbrücke vor, die voller Kraft in den Körper der betreffenden Person zu fließen.

Wir können uns aber auch den Wunden zuwenden, die wir auf anderen Ebenen wahrnehmen. Wunden die durch Kränkungen z.B. entstanden sind oder Wunden  die in unseren Herzen nicht heilen wollen, weil wir uns ungerecht behandelt fühlen oder auch Wunden die wir anderen durch ein unachtsames Wort zugefügt haben.

Auch auf diese emotionalen Wunden können wir das Lichtpflaster kleben, so dass sie in ihrer Zeit heilen dürfen. Wir senden wieder selbst, mit Unterstützung der heiligen Lucia ein Licht des Friedens und der Vergebung in unsere emotionalen Wunden und lassen es hell und warm werden, an diesen oft dunklen kalten Stellen, bis wir Linderung verspüren in unserem inneren Schmerz. Und das dürfen wir immer wieder wiederholen, am besten abends vor dem Einschlafen. Wir bringen wieder Licht und dadurch Lebensfreude in unseren Körper und in unser Wesen.

Und wenn wir uns dann auch die Wunden bewusst machen, die wir anderen zugefügt haben, versuchen wir auch hier eine Lichtbrücke zu bauen. Und manchmal kann man selbst dann sogar über diese Brücke zum anderen gehen und um Vergebung bitten. Dies ist ein wunderbarer Schritt auf dem Weg zu den Rauhnächten und in unserem inneren Hausputz.

Seien Sie mutig und nützen Sie das Licht als Kraftquelle um wahrhaftig gesund zu werden!
Ich wünsch einen lichtvollen und bewegten Lucia Tag.

Herzlich Gloria Thaumiller

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